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Musikindustrie will Internet-Zensur in der EU

Eigentlich wollte ich das schon vorher bloggen, allerdings hatte ich bisher keine Zeit zum Bloggen. :(

Die Überschrift sagt eigentlich schon alles. Laut Golem.de, will der internationale Verband der Musikindustrie (IFPI) seine Kunden wieder einmal etwas mehr von seinen Rechten nehmen. Diesmal sollen alle Internetprovider dazu veranlasst werden ganze Protokolle und damit P2P-Netzwerke zu blockieren, welche überwiegend urheberrechtsverletzend genutzt werden und sich geweigert haben, Schritte gegen die Verletzungen zu unternehmen. Diese Umschreibung ist schon mal schwammig genug, um auch Diensten wie BitTorrent den Riegel vorzuschieben, welches allerdings sehr wichtig für viele legale Angebote ist, da hier die Server-Last genommen werden kann.

Doch es geht weiter: Jeder ISP soll ein spezielles Gerät zwischenschalten, welches nach speziellen Audiomustern sucht. So könnte die IFPI auf Knopfdruck den Download spezieller Titel unterbinden und somit den Datenverkehr zensieren. Natürlich schweigt man sich darüber aus wer die Kosten für Installation und Wartung dazu übernehmen soll. Ich befürchte, dass die Abmahnungsmaschinerie der Musikindustrie, hier eine bequeme Quelle für das Herausfinden von angeblichen Urheberrechtsverletzungen wittert. Außerdem frage ich mich ob der Kunde überhaupt dann etwas dagegen tun kann wenn dieses Gerät mal fehlerhaft arbeitet.

Last but not least will die IFPI auch noch, dass bestimmte Internetangebote die nicht mit der Musikindustrie kooperieren blockiert werden.

Das sich die Musikindustrie dabei keinerlei Gedanken über die Rechte der EU-Bürger geschweige denn über die der eigenen Kunden macht ist nichts neues. Immerhin gilt für sie zB sogar der eigentlich legale Import einer CD als EU-Bürger in Amerika als illegal, weil dadurch ihre unfähre regionale Preispolitik umgangen wird. Sogar ein großer amerikanischer Händler beim Amazon Marketplace wurde deshalb schon belästigt, weil die Musikindustrie glaubt die Globalisierung gäbe es nur für sie alleine. Sollte sich die IFPI in Brüssel durchsetzen werden wohl auch viele legale Dienste die Blockade großer Protokoll- und Port-Bereiche negativ beeinflusst bzw. unmöglich gemacht werden.

Natürlich würden die Kosten auch (wieder einmal) auf die ISPs und damit auf auf alle Internetnutzer abgewälzt werden. Bei der Vorratsdatenspeicherung ist es ja auch nicht anders. Hier kann auch der Internetnutzer dafür zahlen dass seine Grundrechte mit Füßen getreten werden und jeder Klick auf einen Link noch auf Jahre hinweg zurückverfolgt werden kann. Sollte diese Tendenz so weitergehen haben wir bald auch in der EU Zustände wie in China.

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30.Dezember.2007 um 16:36 | | Tags: ,

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